Manipulierte Tonspur: Mark Forster wurde nicht ausgebuht

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Vorschaubild wurde teilweise mithilfe von KI erstellt
Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Gefälschtes Konzertvideo

In der vergangenen Woche verbreitete sich auf Social Media ein gefälschter Clip, der zeigen sollte, wie Sänger Mark Forster bei seinem Konzert ausgebuht wurde, nachdem er öffentlich AfD-Kritik äußerte. Auch dieser Fall ist eine Fälschung – und zeigt, wie gezielt Desinformation im Wahljahr eingesetzt wird, um Kritikerinnen und Kritiker bestimmter Parteien lächerlich zu machen.

Der Fall: Ein Konzertmitschnitt mit falscher Tonspur

Unter dem Titel „Mark Forster beschimpft die AfD und kriegt Buhrufe“ kursierte ein Video, das angeblich am 16. August aufgenommen wurde. Zu sehen ist, wie Forster eine Geste gegen die AfD macht – zu hören sind Buhrufe, Pfiffe und feindliche Zurufe aus dem Publikum. Laut Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist das Video jedoch in mehrfacher Hinsicht manipuliert.

Mehrere Manipulationen in einem Clip

Zum einen ist die Aufnahme spiegelverkehrt und stammt gar nicht vom 16. August: Über eine Bilderrückwärtssuche ließ sich das Originalvideo einem Open-Air-Konzert Forsters in Hannover am 28. Juni 2026 zuordnen, bestätigt durch identische Kleidung und Bühne auf weiteren Fotos vom selben Abend.

Die eigentliche Manipulation betrifft aber die Tonspur. Im Original reagiert das Publikum auf Forsters AfD-Kritik mit Jubel und Zustimmung, nicht mit Ablehnung. Die echte Tonspur wurde entfernt und durch eine andere mit Buhrufen ersetzt

Eine wiederverwendete Fälschung

Dieselbe manipulierte Tonspur mit Buhrufen wurde laut dpa auch unter Auftritte anderer Künstler gelegt, etwa der Band 01099 und der Rapperin Ikkimel. Verantwortlich zeigt sich ein TikTok-Account namens „AfD FanClub“, der neben den Konzertvideos auch weitere Fälschungen veröffentlicht hat, etwa erfundene Aufnahmen angeblicher AfD-Demonstrationen. Ziel dürfte sein, Künstlerinnen und Künstler zu diskreditieren, die sich öffentlich gegen die AfD positionieren.

Desinformation setzt längst nicht nur bei Manipulation von Bild und Video an, sondern auch gezielt bei der Tonspur. Der Kontext kann so gänzlich verschoben werden. Auch im Hinblick auf die Berliner AGH-Wahl diesen Herbst ist der Fall ein relevantes Beispiel von Desinformation, die eingesetzt wird, um politische Debatten zu beeinflussen.

 

Für ergänzende Hintergründe empfehlen wir den Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

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